Foto: © Archiv Erich Huber, Adliswil

Alle im Jahr 1943 angefangenen Bauten wurden 1944 fertig gestellt.
Die drei MFH am Tiefacker waren am 01. Oktober 1944 bezugsbereit und die Erstellungskosten beliefen sich auf CHF. 510’000.-.
Planung und Bauleitung durch B.&E. Gerwer Architekten, Zürich.

Das MFH an der alte Landstrasse in Rüschlikon wurde per 01. Juli 1944 fertiggestellt und kostete CHF. 280’000.-.
Planung und Bauleitung durch B.&E. Gerwer Architekten, Zürich.

Mit dem Bau von sieben Einfamilienhäuser an der vorderen Grundstrasse in Langnau wird begonnen. Drei davon im Juni, vier im Oktober, eins wird im gleichen Jahr noch fertiggestellt. Diese Einfmilienhäuser werden zu einem späteren Zeitpunkt verkauft.

«Finanzielle Verhältnisse Genossenschafter/Innen anno 1944»
Verdienst eines Mieters in dieser Zeit: Der Malermeister Balmer offerierte im August 1944 für Regiearbeiten einen «tüchtigen Maler mit Geschirr und Material» zum Stundenpreis von CHF 3.80, der Hilfsarbeiter kostete in der Stunde mit Geschirr und Material CHF 3.20. Sie können sich ausrechnen, dass der tüchtige Maler nicht mehr als CHF 1.80 bis 2.10 in der Stunde verdiente. Wenn er 9 bis 10 Stunden arbeitete, was in jener Zeit üblich war, kam er auf einen Tagesverdienst von ca. 18 bis 20 Franken.

Sie fragen sich sicherlich wie bei diesen materiellen Verhältnissen die Mieter für den Mietzins aufkommen konnten. Eine vier Zimmerwohnung in der Überbauung Tiefacker kostete damals CHF 104.– pro Monat und in Langnau CHF 120.–.

«Finanzielle Verhältnisse Genossenschaft anno 1944»
Von den damaligen Verhältnissen der Mieter kann leicht auf die finanzielle Lage der Genossenschaft geschlossen werden. 1944 betrug das Genossenschaftskapital CHF 5’000.–. Jeder Mieter hatte nur einen Anteilschein von CHF. 100.– zu übernehmen. Es war einfach unmöglich mit einem Genossenschaftskapital von CHF 5’000.– ein Bauvolumen von CHF 1’000’000.– zu finanzieren. Die Genossenschaft wäre in kürzester Zeit bankrott gewesen, kaum hätte sie begonnen. Die Handwerker griffen in die eigene Tasche und stellten der Sihlhalde eine Obligationenanleihe über CHF 42’500.– zur Verfügung und liessen ihre Garantiebeträge von CHF 13’000.– stehen. Die Verwaltungsfirma gewährte ein Darlehen von CHF. 7’000.–. So kamen CHF. 63’000.– zusammen, die man als Eigenkapital betrachten konnte. Dadurch war die Genossenschaft gesichert.

1944 wurde das Anteilscheinkapital jedes Genossenschafters von CHF 100.– auf CHF 500.– aufgestockt. Die Differenz von CHF 400.– wurde in 20 Monatsraten von je CHF 20.– einbezahlt.