
Die Nachkriegsjahre plätscherten dahin. In der Hochkonjunktur wurden wir durch die Verbesserung der Lebensqualität verwöhnter und anspruchsvoller. Was früher kaum erreichbar war wurde zur Selbstverständlichkeit. Nur unsere Genossenschaft wurde in der Hochkonjunktur nicht reicher. Das Festhalten der Subventionsbehörden an überalterten Strukturen und Vorschriften bereitete uns Sorgen. Das Geld für die Erhaltung der Liegenschaften fehlte. Die Einkommensvorschriften, die mit der Zeit nicht Schritt hielten, konnte nur schwer eingehalten werden. Es musste etwas gegen die drohende Verlotterung und Verslumung unserer drei Kolonien geschehen. 1978 verfielen die Subventionen in Langnau, zudem beschloss der Vorstand auch die Subventionen der anderen Siedlungen zurück zu bezahlen und die Siedlungen zu renovieren. Dieses Vorgehen wurde von den Genossenschaftern mit grosser Mehrheit und in gemeinsamer Solidarität gut geheissen.
Die nachträgliche Betrachtung zeigt, dass dieser Entscheid weise und vorausschauend war. Unsere Genossenschaft steht heute gefestigt da. Wir alle dürfen stolz darauf sein, dass unsere Genossenschaft ihre Zweckbestimmung gemäss Statuten vorbildlich erfüllt hat.
«Die Genossenschaft bezweckt, ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum zu vermitteln und diesen dauernd der Spekulation zu entziehen. Die Tätigkeit der Genossenschaft ist nicht gewinnorientiert. Die Genossenschaft erstellt und vermietet preisgünstige Wohnungen an ihre Mitglieder. Sie kann zu diesem Zweck unbebaute und bebaute Liegenschaften und Baurechte erwerben, belasten und veräussern.»
Dass die Wohnungen immer noch zu sehr fairen Mietzinsen vermietet werden, ist der guten Führung durch die verschiedenen Vorstandsgenerationen zu verdanken.
Es war ein zukunftsorientiertes und mutiges Vorhaben, dass eine von Handwerkern gegründete Wohnbaugenossenschaft, in voller sozialer Absicht, in den ersten Jahren in das Eigentum der Mieter überführt wurde. Als Genossenschafter sind wir Miteigentümer und Mieter zugleich.


